Nach dem gestrigen erfolgreichen Spieltag ging es für die Grün-Weißen Mädels heute zum zweiten Teil des Handballwochenendes nach Fraureuth. Das eigentlich für Februar angesetzte Spitzenspiel musste damals verschoben werden, doch nach längerer Suche fand Coach Lutz die passende Lösung: das Doppelspielwochenende. So machte sich die Mannschaft erneut mit zwei Bussen auf den Weg, diesmal in Richtung Tabellenzweiter.
Draußen herrschte ungemütliches Wetter, drinnen erwartete die Mädels ein echtes Topspiel. Schon bei der Ankunft war klar, dass dieser Tag etwas Besonderes werden würde. Ein Storch begrüßte die Mannschaft vor der Halle und wurde kurzerhand auf den Namen „Herbert“ getauft. Ob das ein gutes Zeichen war, sollte sich noch zeigen.
Auch auf den Rängen war die Stimmung schnell da. Die Halle füllte sich nach und nach, und der Gästeblock aus Niederwiesa wurde so zahlreich, dass er mindestens genauso voll war wie der der Heimmannschaft, wenn nicht sogar voller. Ein starkes Zeichen, wenn man bedenkt, dass dafür gut eine Stunde Fahrt und rund 80 Kilometer auf sich genommen wurden. 💚
Nervosität, Energie und ein starker Start
Die Spannung vor dem Spiel war deutlich spürbar. Die Fraureuther Mädels machten körperlich einen starken Eindruck, und es war schnell klar, dass das nicht nur spielerisch, sondern auch mental eine große Aufgabe werden würde.
Vor dem Anpfiff sammelte das Team noch einmal bewusst Energie. Lisbeth hatte die Idee zu einem kleinen Ritual: Die Mädels setzten sich in einen Energiekreis, holten sich gemeinsam die positive Energie und drückten alles Negative sinnbildlich in den Boden. Genau der richtige Moment, um als Mannschaft geschlossen ins Spiel zu gehen.
Dann ertönte der Anpfiff. Und auch diesmal war der Gästeblock sofort da. Trommler Oli, frisch im Takt von gestern, schnappte sich direkt wieder den Schlegel und trieb die Mannschaft an. Grün-Weiß kam gut ins Spiel, erzielte das erste Tor und zeigte direkt, dass man sich hier nichts schenken würde.
Nach zehn Minuten führten die Mädels aus Niederwiesa mit zwei Toren. Ein erstes Timeout war nötig, um kurz durchzuatmen. Danach kam Fraureuth besser ins Spiel, während die Niederwiesaer Angriffe mehrfach an der großen Fraureuther Torhüterin scheiterten. Auf der anderen Seite fanden die Gastgeberinnen immer wieder Lösungen aus der zweiten Reihe oder mit etwas Nachdruck aus dem Kreis.
Dann folgte eine schwierige Phase: Fraureuth erzielte fünf Tore in Folge, während Grün-Weiß nur einmal traf. Plötzlich lagen die Gastgeberinnen mit drei Toren vorn. Doch die Mädels gaben nicht auf. Mit einem wichtigen Treffer von Johanna kurz vor der Pause, bei dem der Ball samt Torhüterin im Netz landete, blieb Grün-Weiß im Spiel.
Halbzeitstand: 10:7.
Rückstand, Mut und die große Aufholjagd
In der Halbzeit machte sich im Fanblock kurz Skepsis breit. Drei Tore Rückstand gegen so einen starken Gegner, das ist eine echte Aufgabe. Doch der Gästeblock war sich einig: Mit dem richtigen Support ist hier noch alles möglich.
Und genau so kam es. Zurück auf der Platte war sofort wieder Feuer drin. Während vorn immer mehr gelang, hielt Anni im Tor mit starken Paraden die Mannschaft im Spiel. Die Mädels arbeiteten sich Tor um Tor heran, und nach zehn Minuten war der Ausgleich geschafft: 13:13.
Jetzt war es ein echter Handballkrimi. Der Gästeblock mit Trommeln, Sirenen und Pappklatschen war nicht zu überhören. Vielleicht war es wirklich der lauteste Fanblock der Liga. 😄
Die Pinken gingen sogar mehrfach in Führung, Fraureuth zog nach. Platz 3 war bereits sicher, doch heute war die Chance auf Platz 2 da. Und genau das merkte man der Mannschaft an: Wille, Energie, Glaube. Als das Spiel in die Schlussphase ging, stand es 16:19 für Grün-Weiß. War das schon die Entscheidung? Keineswegs.
Nur eine Minute später war Fraureuth wieder auf 18:19 herangekommen. Noch 45 Sekunden auf der Uhr, noch einmal eine Auszeit. Der letzte Angriff sollte ruhig und konzentriert ausgespielt werden. Grün-Weiß kam zum Abschluss, doch in der Abwehr kam es zum Pfiff: Siebenmeter für Niederwiesa.
Ein fairer Moment, an dieser Stelle auch ein Chapeau an das Schiedsrichtergespann. Gerade in so einer engen Phase wurde richtig entschieden. Das war nicht immer so selbstverständlich, wie wir es aus anderen Spielen kennen.
Verantwortung, Nerven und der entscheidende Wurf
An die Linie trat Ida. Viel Verantwortung in einem Moment, in dem alles auf dem Spiel stand.
Treffen bedeutet Sieg. Nicht treffen bedeutet vielleicht Unentschieden.
Alle schauen. Die Halle hält den Atem an. Sie bleibt ruhig, konzentriert und Eiskalt.
👉 Wurf. Tor. 18:20.
Die Halle bebte, zumindest der Gästeblock. Fraureuth kam noch einmal nach vorne und traf kurz vor Schluss unhaltbar ins linke Eck. Doch auf der Uhr standen nur noch wenige Sekunden. Der letzte Angriff lief, der Ball ging hin und her, dann der erlösende Schlusspfiff.
Grün-Weiß gewinnt den Krimi in Fraureuth mit 19:20! 💚🔥
Die Freude war riesig. Alle Mädels fielen sich in die Arme, der Gästeblock feierte weiter lautstark und ließ die Mannschaft hochleben. Was für ein Team, was für ein Auftritt.
Fairer Gegner, großer Respekt
Auf Fraureuther Seite war die Enttäuschung groß. Die Gastgeberinnen spielten stark und fair. Wenn es mal härter zuging, wurde sich entschuldigt und direkt weitergespielt. Genau so wünscht man sich das im Jugendhandball. Für diese Haltung gab es auch vom Gästeblock einen großen Applaus.
Rückfahrt wie es sich bei einem solchen Auswährssieg gehört
In der Kabine wurde gefeiert, und auch auf der Rückfahrt ging die Party im Bus weiter. Die Hymne „Zusammen sind wir unbesiegbar“ lief in voller Lautstärke, begleitet von Hupkonzert und bester Stimmung ging es durch Niederwiesa. Vielleicht habt ihr sie sogar gehört. 😉
Finales Heimspiel voraus
Jetzt heißt es erst einmal erholen. Am kommenden Samstag steht das letzte Heimspiel der Saison an. Zu Gast ist der Burgstädter HC, aktuell auf Platz 4 und ebenfalls noch mitten im Kampf um die Tabelle. Für beide Teams geht es um viel. Platz 2 soll verteidigt werden, also braucht es nochmal einen Sieg.
Kommt alle vorbei, sagt Freunden und Bekannten Bescheid und macht die Halle noch einmal richtig voll.
Samstag, 25.04.2026, 14:15 Uhr, Sporthalle Niederwiesa.
Ein letztes Mal gemeinsam alles geben. 💗🤾♀️